Andreas Stieb - Hundeschule AMS Lünen Dortmund
Andreas Stieb - Hundeschule AMS Lünen Dortmund

Hundeausbildung nach der Methode von Anton Fichtlmeier

Allen Teilnehmern am Einzel- & Gruppenunterricht wird nahegelegt, sich mit den Grundlagen der Methode vertraut zu machen. Dies ist Voraussetzung für eine gemeinsame und erfolgreiche Zusammenarbeit.

 

Nonverbale Kommunikation

 

Die meisten Menschen, wenn sie sich einen Hund zugelegt haben, gehen zu Beginn einer Mensch – Hund – Beziehung, besonders bei Erst – Hunde – Haltern, davon aus, dass der Hund unsere menschliche Sprache versteht.

Man mutet ihm darüber hinaus das eindeutige Verstehen unserer Begriffe zu, die für die Menschen selbst ja nicht einmal eindeutig sind.

Hunde können optische, akustische, taktile und olfaktorische Signale aufnehmen und diese auch mit bestimmten Bedeutungsinhalten verknüpfen. Nachgewiesen ist, dass der überwiegende Anteil an Kommunikation unter Hunden nonverbal verläuft. Hunde, die in starkem Maße auf Bewegungsreize reagieren, verständigen sich überwiegend durch eindeutige Körpersignale und übertragen auch ihre innere Gestimmtheit, welche sie zum Teil auch akustisch unterstreichen (z.B. helles Fiepen, bedrohliches Knurren).

Diese Art, zu kommunizieren, wird in der angewendeten Methode umgesetzt als Kommunikationsgrundlage für die Beziehung Mensch – Hund. Eindeutige Körpersprache kommt genauso zur Anwendung wie eindeutige Symbolik, die den Hund gegebene Signale mit entsprechendem Bedeutungsinhalt verknüpfen lässt. Einhergehend wird dem Hund durch innere Gestimmtheit vermittelt, dass sein Mensch mit dem an den Tag gelegten Verhalten des Hundes zufrieden oder aber auch unzufrieden ist, wobei das schnelle Umschalten dieser inneren Gestimmtheit von großer Bedeutung ist.

 

Symbolik

 

Die praktizierte Methode macht sich zu Nutze, dass im Hund natürliche Symbole angelegt sind, die einem festen Funktionskreis zugeordnet sind. Die Reaktion von Hunden erfolgt nach einem spezifischen Schema ohne Wahlmöglichkeit und die Verwendung dieser Symbole wird von jedem Hund unmittelbar verstanden. Sie sind Kommunikationsaufforderung gegenüber anderen Hunden, deren Ziel es ist, ritualisierte Übereinkünfte für das soziale Zusammenleben zu treffen. Menschen können auf dieser Ebene soziale Übereinkünfte mit Hunden treffen, wenn diese natürlichen Symbole bewusst wahrgenommen werden und deren Bedeutungsinhalt verstanden wird.

Weiterhin ist der Hund im Stande, durch Erfahrung und Einsicht Symbole zu erlernen. Dies geschieht durch Erfahrung und Einsicht[1]. Die immer wiederkehrende identische Verwendung von Symbolen grenzt deren Bedeutungsinhalt immer genauer ein. Der Hund kann sich auf das zu Erwartende einstellen und gewinnt an Selbstsicherheit. Der Aspekt von exakter Kommunikation mit der Bestätigung einer Erwartungshaltung macht den Menschen als Sozialpartner für den Hund verlässlich. Wesentlich ist die Generalisierung[2] von Symbolen und deren Verwendung in unterschiedlichen Zusammenhängen.

 

[1]  z.B. gleiche Leine und gleiches Halsband für Fährtenarbeit oder Leine am Halsband und abgelegter Gegenstand für den grünen Bereich bei „Bleib-3".

 

[2]  Gleiche Verwendung von Symbolen an unterschiedlichen Orten und bei verändertem Umfeld.

 

 

Binärsystem

 

Durch Anwendung des binären Systems wird dem Hund verdeutlicht, ob sein Verhalten ein seinem ihn führenden Menschen genehmes ist oder aber missfällt. Zur Anwendung kann ein freundlich ausgesprochenes „Jaaaa“ kommen, wenn die freundliche und positive innere Gestimmtheit des Menschen situationsbedingt verstärkt und der Hund in seinem erwünschten Verhalten bestätigt werden soll. Im Umkehrschluss ist unerwünschtes Verhalten, welches spontan die innere Gestimmtheit des Menschen in einen negativen Zustand versetzt, mit einem energischen und strengen „Nein“ zu untermauern.

Ebenso findet die Leine als Kommunikationsmittel im binären System ihre Verwendung. Hängt sie locker am Halsband, signalisiert sie dem Hund entspanntes Verhalten, ist sie gespannt, signalisiert sie ihm Unnachgiebigkeit.

Der Hund versteht das binäre Kommunikationssystem dann, wenn der Wechsel zwischen Bestärkung und Untersagung, zwischen dem freundlichen „Jaaaa“ und dem strengen „Nein“, einher gehend mit positiv freundlicher innerer Gestimmtheit oder mit negativer Gestimmtheit, spontan und im direkten Zusammenhang mit seinem gewünschten oder unerwünschten Verhalten geschieht. Für viele Menschen ist dies nicht einfach umzusetzen, denn, wenn sie erst mal „sauer“ sind, bleiben sie es auch für längere Zeit. Für den Hund, der gedanklich nur in der Gegenwart lebt, sozusagen im „Jetzt“, und ständig die Auswirkungen seines Verhaltens auf den Menschen abprüft und mit dem, was er gerade tut, verknüpft, ein fataler und verwirrender Zustand, der ihn verunsichert und mental orientierungslos werden lässt.

 

Motivation

 

In Ergänzung zum binären System, in welchem man mit freundlichem „Jaaaa“ dem Hund durch positive Gestimmtheit vermittelt, dass der Zustand, in welchem man sich momentan befindet, ein schöner und positiver ist, ist es wichtig, den Hund durch Mimik, Gestik und Phonetik bei der gewünschten Handlung anzuspornen und zu motivieren. So kann der Hund zur Ausübung einer bestimmten Tätigkeit bewogen werden und bei deren Ausführung kommunikativ „mit verfolgen“, dass er sich auf „dem richtigen Weg“ befindet. Weicht er davon ab, erfolgt, wie bereits beschrieben, der Abbruch von unerwünschtem Verhalten; die Motivation und Bestätigung erfolgt unverzüglich wieder in dem Augenblick, in welchem der Hund das gewünschte Verhalten an den Tag legt.

 

Zusammenfassung

 

Bei richtiger Anwendung der gelehrten Methode kommt es nachweislich zu einer verständnisvollen Partnerschaft zwischen Mensch und Hund, die auf einer soliden Kommunikationsgrundlage basiert. Der Mensch lernt, seinen Hund als Hund wahrzunehmen und akzeptiert seine Andersartigkeit. Der Hund koppelt sich mit dem Menschen und bindet sich an diesen, da durch die kommunikativen Aspekte in Verbindung mit der Erkenntnis, dass er seinen Menschen ja verstehen kann, seine Aufmerksamkeit geweckt und sein Blickkontakt mit dem Menschen gefördert wird. Er akzeptiert, dass er von seinem Menschen geführt wird, er gewinnt Vertrauen, wenn er Respekt vor seinen Fähigkeiten und Verständnis für seine natürlichen Grenzen erfährt und erlebt.

Durch erlernte Ruhe und Steadyness entwickelt sich der Hund zu einem Mitglied in der Gesellschaft, in welcher er dann gerne gesehen wird, in der er einen festen Platz hat und wo er mit seinem Menschen ein alltagstaugliches Leben führen kann. Er kann sich vertrauensvoll darauf verlassen, dass sein Mensch auch in Situationen, die für ihn neu, bedrohlich oder beängstigend sind, so mit ihm kommuniziert, dass er sicher und unbeschadet aus ihnen hervorgehen wird. Er hat gelernt, dass sein Mensch für ihn da ist, dem Zusammenleben eine Struktur gegeben hat und er sich aus Dingen, die sein Mensch regelt, herauszuhalten hat.

Die Methode Anton Fichtlmeiers, nicht nur sporadisch angewendet, sondern gelebt, stellt eine Mensch – Hund – Beziehung sicher, in welcher der Hund mit seinem Menschen ein artgerechtes Leben führt, in dessen Verlauf er nicht nur geliebt, sondern auch verstanden und sicher geführt wird. Ein fester Platz in der Gesellschaft und in seinem sozialen Umfeld wird ihm sicher sein.

 

Weitere Informationen findet ihr auch auf unserer Homepage (www.hundeschule-ams.de) sowie in den Büchern und DVD's von Anton Fichtlmeier - erhältlich auch bei uns im AMS-Dog.Shop.

 

 

Quelle: Anton Fichtlmeier

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